Museumswohnung

Unsere Wurzeln

Geschichte zum Anfassen

In die Röhre schauen können Besucherinnen und Besucher wortwörtlich in der Germaniasiedlung in Köln-Höhenberg. Dort, im Paul-Schwellenbach-Haus an der Weimarer Straße 15, hat die GAG eine Museumswohnung eingerichtet, die das Wohngefühl der 1920er Jahre vermittelt. Dazu gehört natürlich die Bratenröhre in der Küche – und direkt daneben ein nicht weniger ungewöhnlich anmutender Gegenstand: ein Kühlschrank aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Für die damalige Zeit ein echter Luxus. Gekühlt wurde damals nicht elektrisch, sondern mit einem Eisblock, der von oben in das Möbel gelegt wurde. Ein wuchtiger Schrank, Tisch und Stühle komplettieren die Einrichtung in der Küche. Ein breites, massives Bett beherrscht nebenan das Schlafzimmer.

 

 

Die Einrichtungsgegenstände hat das Kölnische Stadtmuseum bereit gestellt, mit dem die GAG bei der Einrichtung der Museumswohnung eng zusammengearbeitet hat. Der zylinderförmige Heizofen und die frei stehende Wanne im Bad sind Originalnachbauten von Gegenständen aus der damaligen Zeit. Gestaltet und aufgemöbelt wurde die Wohnung im alten Stil durch die GAG. Dabei fallen vor allem der ochsenblutrote Dielenboden sowie die schwarzen Steckdosen und Lichtschalter aus Bakelit ins Auge. Zahlreiche alte Fotos an den Wänden vermitteln einen Eindruck, wie die Germaniasiedlung vor bald 100 Jahren ausgesehen hat.

Europaweit einzigartiges Ensemble

Dem damaligen Eindruck kommt das heutige Erscheinungsbild der Häuser wieder sehr nahe. Nach rund zehn Jahren ist die umfangreiche Sanierung der Siedlung abgeschlossen. In einem aufwändigen Kraftakt hat die GAG die Gebäude auf modernen technischen Standard gebracht und die historischen Details originalgetreu wieder in Stand gesetzt. Die Germaniasiedlung in Köln-Höhenberg ist ein in Europa einmaliges Ensemble der Architektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Alle architektonischen Strömungen und Stilrichtungen, die die Entwicklung der modernen Architektur bestimmt haben, sind hier zu sehen. 38 Architekten haben ganz unterschiedliche Häuserzeilen und Baublöcke geplant und gebaut. Die verschiedenen Baustile und Farbkonzepte verleihen der Siedlung eine ganz besondere Lebendigkeit, die heute wieder vollständig zur Geltung kommt.

Geschichte zum Anfassen

Vor diesem Hintergrund ist die Museumswohnung auch Ausdruck der historischen Verantwortung, der sich Kölns größte Vermieterin vollauf bewusst ist. Und diese Wurzeln sind in der Museumswohnung nicht trockene Theorie, sondern lebendiger Geschichtsunterricht zum Anfassen. Vermittelt werden soll der unter anderem durch die Bewohnerinnen und Bewohner der Germaniasiedlung selbst. In Zusammenarbeit mit dem Seniorennetzwerk, das im Paul-Schwellenbach-Haus seine Räume hat, werden Menschen zu „Museumsführern“ ausgebildet. Sie begleiten interessierte Besuchergruppen durch Museumswohnung und Veedel und reichern die historischen Fakten mit selbst erlebten Geschichten an.

 

Ansprechpartner
Elke Focke, Christof Wild Paul-Schwellenbach-Haus 0221/872110 E-Mail schreiben Geöffnet immer am 1. und 3. Sonntag eines Monats (14 bis 16 Uhr). Zusatztermine und Führungen nach Vereinbarung.
Ansprechpartner
Rita Wagner Kölnisches Stadtmuseum 0221/221-22363 E-Mail schreiben