Veedels-Porträt Longerich

Longerich. Da haste alles, was du brauchst.

Ein Altbau im Stadtteil Köln-Longerich

Longerich hat viel zu bieten

Vor lauter Effzeh vergessen die Kölnerinnen und Kölner bisweilen, dass es auch andere attraktive Sportarten gibt. In Longerich etwa schicken sich die Handballer an, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen. Das allein wäre schon einen Besuch im Veedel wert, bald aber womöglich auch: die Cafédrale. 

 

Ansicht der Hauptstraße in Longerich

Neues Projekt: Die Cafédrale

Es ist ja nicht so, dass in Longerich kein Kaffee zu bekommen wäre. Und einen Stuhl dazu, um sich einen Moment hinzusetzen und durchzuschnaufen. Zum Beispiel bei der Filiale der Bäckerei Heinemann an der Ecke Longericher Straße/Johannes-Rings-Straße unweit von Edeka, Rossmann und dem „Restaurant Dalmatien“. 

Stephanie Schwarz ist die Gemeindesekretärin der Evangelischen Begegnungsgemeinde. Wer sie in den Büroräumen des Gemeindezentrums an der Paul-Humbug-Straße besucht, bekommt schon jetzt einen Kaffee angeboten. Dafür allerdings muss man an der Haustür klingeln, und wer tut das schon ohne speziellen Grund? Ein Café, in dem sich die Longericherinnen und Longericher tagsüber begegnen, gern auch mal zufällig, drinnen oder draußen sitzen und klönen können, ist was anderes. Schwarz: „Sowas fehlt total in unserem Stadtteil.“  

Schwarz‘ Chefin, Pfarrerin Susanne Zimmermann, teilt ihre Ansicht. Gemeinsam wollen sie diesen Mangel beheben. Da trifft es sich, dass das Gemeindezentrum der Immanuel-Kirche in die Jahre gekommen ist. Der 1963 geweihte Komplex ist mit seinen üppigen Dimensionen nicht mehr zeitgemäß. Für 6.000 Gläubige war die Anlage ursprünglich geplant. Im Einzugsgebiet leben derzeit rund 4.000, doch von denen folgen immer weniger dem sonntäglichen Geläut‘. „Wir werden das so nicht halten können“, stellt Zimmermann ganz unverklärt fest und spricht damit stellvertretend für die Gemeinden im ganzen Land, gleich welcher Konfession – den Katholiken, in Longerich in großer Mehrheit, geht es nicht anders. Die Folge: „Wir müssen was tun, wir müssen uns öffnen.“ 


Die Aufgabe an die Teilnehmenden des Architekturwettbewerbs: „ Der Entwurf soll den Kontakt zum Himmel genauso symbolisieren wie den Kontakt zur Welt." Auf größten Beifall stieß der Entwurf des Kölner Büros Kaspar Kraemer. In seiner „Cafédrale“ finden Café- und Kirchenraum irdisch-himmlisch zusammen.  

Ganz gleich, ob die mutige Prognose von Pfarrerin Zimmerman aufgeht („In fünf Jahren steht das!“): Einen PR-Coup haben die evangelischen Christen Longerichs auf jeden Fall gelandet und damit bei potenziellen Investoren möglicherweise einen entscheidenden Stein im Brett. „Die Gemeinde finanziert Kirche und Café, die Sozialwohnungen ein Investor“, erklärt Zimmermann. „Denn alleine können wir das nicht wuppen.“

In diesen zugigen Zeiten sehnt sich so mancher beim Gang durch die Veedelsstraßen nach einer die kalten Hände wärmenden Tasse mit einem dampfenden Getränk darin. Von den Feierlichkeiten wie Schützen-, Kinder- und Bürgerfest auf dem 2023 renovierten Kriegerplatz bleiben gegenwärtig nur Erinnerungen. Doch wer weiß? Vielleicht feiern im Sommer 2026 die Handballer des ortsansässigen Sportclubs hier den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Dann wären sie endgültig, was sie ohnehin sind: Kölns beste Handballmannschaft.

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Kölns beste Handballmannschaft

„Longerich war schon immer Handball“, sagt SC-Coach Chris Stark. Seine Karriere als Grundschullehrer hat er drangegeben, um den Männern der Ersten Mannschaft ebenso auf die Sprünge zu helfen wie dem Vereinsnachwuchs – und die vereinseigene GmbH führt er außerdem. Mit den Handball-Abteilungen des 1. FC Köln und des MTV Köln 1850 besteht eine Kooperation, um den Talenten stadtweit die möglichst besten Bedingungen zu bieten. So ist der Aufstieg des SC in höhere Profi-Gefilde wohl wirklich nur noch eine Frage der Zeit.

2026 feiert der LSC sein hundertjähriges Bestehen. Bei allen Blicken nach oben gilt das Hauptaugenmerk des Vereins dem Breitensport. „Den Longerichern geht‘s vor allem um Geselligkeit, gute Laune und Zusammenhalt, weniger um Spitzensport – heute wie damals“, sagt Stark. „Ich finde, das zeichnet uns auch aus.“ 

Gegenwärtig beobachtet er einen Generationenwechsel im Veedel. „Wir spüren das unter anderem an der zunehmenden Nachfrage nach Kinderturnen“, sagt Stark. „Überall eröffnen neue Kitas. In die Einfamilienhäuser der Katholikentagssiedlung, der neuen Gartenstadt-Nord, sind lauter junge Familien eingezogen.“ Er selbst – in Longerich geboren und aufgewachsen – ist nach der Studienzeit in Ehrenfeld und Nippes mit Frau und Kind in sein ehemaliges Elternhaus einzogen. Kraft tankt Stark am liebsten im Grünen – denn davon bieten sein Veedel und die Umgebung eine Menge. „Der Grüngürtel-Abschnitt am Militärring bis rüber zum Fühlinger See ist toll.“  

Und so hat Stark gar nicht allzu viel Erwartungen an die Fortentwicklung seines Viertels. „Eigentlich hast du hier alles, was du brauchst.“ Na gut, der Aufstieg seiner Handballer wäre schon nett. Und vielleicht noch eine signifikante Aufwertung der Longericher Straße, die den Stadtteil prägt – im Guten wie im Schlechten: „Weniger Autos, mehr Aufenthaltsqualität, Platz für Außengastro . . .“ Herr Stark, wie wär‘s mit einer Tasse Kaffee? 

 

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