Tangokurs

Tango ist weit mehr als ein Tanz. Er ist ein Dialog ohne Worte, ein Stück gelebte Kultur und eine Einladung, sich neu zu begegnen – mit anderen und mit sich selbst. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat der Tango Argentino seinen Weg aus den Straßen von Buenos Aires in die ganze Welt gefunden. Heute ist er UNESCO-Weltkulturerbe und wird überall getanzt – auch mitten in Köln, direkt bei uns im Veedel.

Tangokurs für Seniorinnen und Senioren

In der Kooperation mit dem SeniorenNetzwerk Niehl unterstützen wir das Tangokurs-Angebot für Seniorinnen und Senioren des Don Tango Club e.V. in Köln und seiner Vorsitzenden Norma Raimondi.

Der Kurs richtet sich explizit auch an Menschen ohne Tanzpartnerin bzw. Tanzpartner. Schließlich beginnt die Begegnung bei Tango mit Offenheit und Neugier. Die Gruppe unter Anleitung von Frau Raimondi trifft sich wöchentlich in einem modern ausgestatteten Saal an der Pohlmanstr. 13. Dort gibt es viel Platz, bequeme Sitzmöglichkeiten, eine große Leinwand mit Beamer und eine gut abgestimmte Tonanlage, mit der sich die Musik klar wahrnehmen lässt. Und das ist elementar, denn Tango lebt von der Musik. Es sind die Klänge, der Rhythmus und das musikalische Spiel, die die Teilnehmenden die Vielfalt und Tiefe dieser einzigartigen Tanzkultur erleben lassen. Große Momente werden dabei ebenso gefeiert wie die kleinen, etwa ein endlich gelungener Schritt oder ein musikalischer Akzent, der zum ersten Mal bewusst vertanzt wird.

Norma Raimondi bringt für den Tangokurs nicht nur ihr tänzerisches Können mit, sondern auch eine Lebensphilosophie: „Man darf niemals vergessen, zu tanzen. Tanzen ist Leben!“

Mit über 30 Jahren Erfahrung im Tango-Unterrichten und einer einzigartigen Leidenschaft zeigt sie, dass der südamerikanische Tanz für jedes Alter geeignet ist und sogar im späteren Leben erst seine besondere Tiefe entfaltet.

 

Weiße Tanzschuhe mit Absatz
Für den Tango übliche Tanzschuhe

„Tango ist eine wertvolle Ernährung für die Seele.“

Geboren in Buenos Aires, ausgebildet als Diplom-Tanzlehrerin in Ballett und Modern Dance an der Escuela Nacional de Danzas, begann Norma Raimondi ihre Karriere in Argentinien mit preisgekrönten Choreografien und der Leitung eigener Tanzschulen und Ensembles. 1989 kam sie als Stipendiatin des Goethe-Instituts nach Deutschland, wo sie diverse künstlerische Projekte leitete und Tango Argentino zu unterrichten begann. 1999 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann den Don Tango Club in Köln – der bis heute als bedeutender Treffpunkt für die original argentinische Tangokultur in NRW gilt.

Frau tanzt Tango unter dem Lichtkegel einer großen Stehlampe
Norma Raimondi in vorbereitender Übung zum Tango.

Wir freuen uns, dass Frau Raimondi ihr Wissen und ihre Begeisterung im Rahmen unserer Kooperation an unsere ältere Nachbarschaft weitergibt. Denn Tango ist nicht nur Bewegung und Tanz, sondern vor allem Musik, Geschichte und Miteinander.

Der Tango erobert die Welt

Der Tango Argentino entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Einwanderervierteln von Buenos Aires und Montevideo. Dort vermischten sich afrikanische Rhythmen, europäische Tänze und lateinamerikanische Einflüsse zu etwas völlig Neuem. Mit dem Bandoneon – einem ursprünglich aus Deutschland stammenden Instrument – erhielten Musik und Tanz schließlich ihren unverwechselbaren, melancholisch getönten Charakter. Heute ist der Tango immaterielles Kulturerbe der UNESCO und wird auf allen Kontinenten getanzt. Doch egal ob in Argentinien, Japan oder Köln: Im Kern bleibt er ein intuitiver Dialog zwischen zwei Menschen, getragen von Musik, Achtsamkeit und gegenseitigem Vertrauen. 
Gerade ältere Menschen bringen dafür ideale Voraussetzungen mit: Sie verfügen über Lebenserfahrung, Geduld und emotionale Reife – Qualitäten, die im Tango essenziell sind. Viele haben gelernt, auf Zwischentöne zu achten, fein auf ihr Gegenüber einzugehen und den Moment zu schätzen. Im Tango können sie diese Fähigkeiten unmittelbar einsetzen: Jeder Schritt, jede Pause und jede Umarmung werden bewusster erlebt und lassen ein Tanzerlebnis entstehen, das über das bloße Ausführen von Bewegungen hinausgeht.


Frau Raimondi legt großen Wert darauf, auch die historische Prägung und die kulturelle Identität des Tangos zu vermitteln – mit Videos, Bildern und entsprechender Literatur.

„Ich unterrichte Tangotanz ausschließlich im kulturellen Kontext. Andernfalls würde der Tango als Kulturgut auf reine Körperbewegung reduziert.“ Norma Raimondi, Kursleiterin & Erste Vorsitzende des Don Tango Club e.V.

Porträt einer Frau
Porträt von Norma Raimondi

Tango lernen – Schritt für Schritt

Der Kurs beginnt meistens im Sitzen. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, entpuppt sich als äußerst effektive Methode. Zu ausgewählten Tangostücken lauschen die Teilnehmenden zunächst aufmerksam der Musik, um deren Rhythmus, Phrasen und musikalische Bögen bewusst wahrzunehmen und zu verstehen. Mit Klatschen, rhythmischen Bewegungen und Handgesten wird das Gehörte körperlich umgesetzt. So entsteht ein unmittelbares Gefühl für den Puls, den Takt und die Struktur der Musik. Das ist eine Grundlage, ohne die sich der Tango in seiner ganzen Intensität nicht erleben ließe. Erst danach geht es auf die Tanzfläche.

So wird das musikalische Verständnis geschult, bevor die Bewegung mit den Beinen ins Spiel kommt. Der Vorteil: Die Schritte werden bewusster gesetzt, die Körperhaltung verbessert sich, und das Tanzen fühlt sich natürlicher an. 

Wer keinen Partner mitbringt, findet trotzdem schnell Anschluss

Mehr noch als die Technik spielt das Miteinander eine zentrale Rolle. Im Tangokurs sind die geschlechterspezifischen Rollen nicht zwingend festgelegt. Rollen werden sogar bewusst getauscht, damit jeder erfahren kann, wie es ist, geführt zu werden, oder wie es sich anfühlt, selbst zu führen. Dann tanzen Männer auch mit Männern oder Frauen mit Frauen. Dieser Perspektivwechsel schärft das Verständnis für beide Seiten und fördert die Empathie im Tanz.


Im Tango Argentino tanzen beide Partnerinnen bzw. Partner zwar im gleichen musikalischen Takt, jedoch nicht immer synchron. Die Bewegungen entstehen improvisiert, werden individuell geführt und sind häufig asymmetrisch. Die Führung erfolgt dabei über die Körpersprache statt festgelegter Schrittfolgen. Der Führende entscheidet improvisiert, wann und wie Schritte gesetzt werden, die Folgende reagiert intuitiv. So entsteht ein Dialog in Bewegung, bei dem Rhythmus geteilt, aber die Interpretationen individuell bleiben. 

Jede Begegnung im Tango hat einen Sinn.

Wir laden alle interessierten Seniorinnen und Senioren aus der Nachbarschaft dazu ein, diesen oder ihren ganz persönlichen Sinn im Tangokurs in der Pohlmanstr. 13 zu finden. Vorkenntnisse sind nicht nötig – nur Lust, sich zu bewegen und gemeinsam etwas Neues auszuprobieren. Im Kurs stehen Freude, Gemeinschaft und gegenseitige Rücksicht im Mittelpunkt.

Aktuell tanzen im Mittelstufenkurs etwa zwanzig begeisterte Nachwuchstalente. Ein neuer Kurs für Einsteigerinnen und Einsteiger steht bereits in den Startlöchern. Wer es einfach mal ausprobieren möchte, ist auch gerne bei einem der kostenlosen Schnuppertermine willkommen. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Don Tango Club e.V.

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